Konfliktlösung in Unternehmen und Verwaltung
Konfliktlösungskompetenz ist Führungskompetenz. Systemische Ansätze zum Konfliktmanagement, mediative Vermittlungskompetenz und vertiefte analytische sowie kommunikative Fähigkeiten sind Kernbestandteile des CAS Lehrgang «Führungskompetenz Konfliktmanagement».

11. Durchführung
November 2024 bis Juli 2025
Frühbucherpreis bei Anmeldung bis Ende Juni 2024

Moduldaten:
Modul 1: 11.-14.11.2024, Kartause Ittingen, Warth
Modul 2: 04.-06.02.2025, Oberwaid St.Gallen
Modul 3: 12.-14.03.2025, Hotel Sempachersee, Nottwil
Modul 4: 07.-09.05.2025, Oberwaid St.Gallen
Modul 5: 30.06.-03.07.2025, riverside Seminar- und Eventhotel, Zweidlen-Glattfelden

 

Hinweis: Sollte Präsenzunterricht vorübergehend unzulässig oder nur unter erheblichen Einschränkungen möglich sein, behalten wir uns die Möglichkeit vor, den Start der Durchführung zu verschieben bzw. einzelne Module ausschliesslich online durchzuführen.

Ziel des Lehrgangs

In jeder Organisation und in jeder Unternehmung gibt es ungelöste Konflikte. Auseinandersetzungen sind Zeichen einer lebendigen Organisation – bei wachsendem Druck, in Veränderungssituationen oder bei unklaren Abläufen können die Konflikte viele Kräfte binden. Auch bei neuen agilen Formen der Zusammenarbeit braucht es die Kompetenz, Spannungsfelder analysieren und Unklarheiten zur Sprache bringen zu können. Die Fähigkeit, personelle sowie strukturelle Konflikte zielgerichtet und nachhaltig zu lösen, spart Zeit, Geld sowie Energie und trägt zu einem innovationsfreundlichen Arbeitsklima bei.

 

In der Art und Weise, wie Führungspersonen mit den Konflikten umgehen, schaffen und prägen sie die Unternehmenskultur und können so auch präventiv wirken. Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten ist eine Lern­ und Entwicklungschance für das Unternehmen und die dort arbeitenden Menschen.

 

Systemische Ansätze zum Konfliktmanagement, mediative Vermittlungskompetenz und vertiefte analytische sowie kommunikative Fähigkeiten sind Kernbestandteile dieses Lehrgangs.

 

Neben der Vermittlung von theoretischen Kenntnissen sind die Umsetzung und die Arbeit an vorgegebenen oder von den Teilnehmenden eingebrachten Fällen zentral. Mit verschiedenen Unterrichtsformen (Vorträge, Gruppenübungen, Diskussionen, Einzel-arbeit, Rollenspiele, Reflexionsübungen etc.) wird die Theorie in die Praxis übersetzt.

Zielgruppe

Führungskräfte aus Unternehmen und Organisationen, Führungskräfte aus Verwaltung und öffentlichem Bereich, Geschäftsleitungsmitglieder aus KMU, Projekt- und Teamleitende, AnwältInnen, Personalverantwortliche, interne und externe BeraterInnen.

Dauer und Umfang

Der Lehrgang umfasst 17 Präsenztage in 5 Modulen (à 3 bis 4 Studientage). Die Teilnehmenden bereiten sich im Selbststudium auf die Module vor und reflektieren die erlernten Inhalte in einer Lernkontrolle.

Modul 1

Einführung in das systemische und mediative Konfliktverständnis
Es wird ein Überblick über die Theorie und Praxis der Entstehung, Funktion und Lösung von Konflikten vermittelt. Damit wird die Basis geschaffen für die Analyse von Konflikten und die Entwicklung von Lösungsstrategien im Führungsalltag.

 

Konflikttheorien und Besonderheiten einer Systemtheorie des Konfliktes / Mediativer Blick auf Problemfelder in der Organisation / Funktion von Konflikten in sozialen Systemen / Persönliche und strukturelle Konflikte in unterschiedlichen Systemtypen (Teams, Projekte, Organisationen) / Handwerkszeug für mediative Konfliktgespräche / Eskalationslogiken und Interventionen zur Deeskalation

 

Leitung: Ljubjana Wüstehube/Torsten Groth

Modul 2

Mediation und mediatives Handeln
Das Konzept der Mediation wird vorgestellt. Die mediative Grundhaltung wird entwickelt und mediatives Instrumentarium erprobt. Besonders geachtet wird auf Rollenklarheit. Es werden eigene Anwendungsmöglichkeiten für das mediative Handeln entdeckt sowie die Chancen und Grenzen erörtert. Das Vorgehen in Konfliktsituationen wird systematisiert und Werkzeuge der Gesprächsführung werden geübt.

 

Grundlagen der Mediation und Unterschiede zum mediativen Handeln / Rolle und Haltung der mediativ handelnden Person in ihrem beruflichen Umfeld / Entscheidungshilfe interne Vermittlung/externe Mediation / Mediative Vorgehensweisen für konkrete Herausforderungen im beruflichen Alltag: z.B. für die konstruktive Übermittlung kritischer Botschaften, den Umgang mit Emotionen und die Reaktion auf Kritik / Anwendung in der eigenen Tätigkeit als Führungsperson, ProjektleiterIn, ExpertIn, BeraterIn etc. / Rückblick auf bisher Gelerntes

 

Leitung: Thomas Flucher

Modul 3

Die Kraft der Emotionen nutzen, von der Konfrontation zur Kooperation führen
Die Rolle der negativen Emotionen in Konflikten wird erläutert und mit der «Klärungshilfe für Führungskräfte» ein strukturiertes Vorgehen zur konstruktiven Konfliktbearbeitung vermittelt. Die eigene Persönlichkeit als «Instrument» in der Konfliktlösung wird gestärkt.

 

Emotionstheorie und ein Phasenmodell, das Schritt für Schritt aufzeigt, wie schwierige Gefühle angesprochen und damit Konflikte geklärt werden / Reflexion des eigenen Verhaltens in Konfliktsituationen, Erkennen von Stressmustern und Entwicklungschancen / Mit einem Persönlichkeitsmodell Konfliktdynamiken verstehen / Methoden zur Bewältigung kommunikativ heikler Situationen im Alltag

 

Leitung: Thomas Flucher/Adrian Kunzmann

Modul 4

Praxis und Reflexion des mediativen Führungshandelns
Der Akzent liegt auf der Verknüpfung von systemischen Denkmodellen mit praktischem mediativen Handeln. Es werden Interventionen erarbeitet und in Rollenspielen ausprobiert, welche die Beziehungsqualität, die Organisationskultur und die Konfliktdynamik berücksichtigen. Dabei geht es um Verhandeln und Konfliktlösung mit einzelnen Mitarbeitenden, in Teams oder grösseren Organisationseinheiten.

 

Systemische Prinzipien als Wirkfaktoren in Organisationen / Möglichkeiten des Perspektivenwechsels / Methoden der Selbstreflexion / Körpersprache und nonverbale Kommunikation / Konfliktcoaching: Die Führungskraft im Spannungsfeld von Beratung und Führung

 

Leitung: Ljubjana Wüstehube/Dirk Splinter

Modul 5

Management, Konfliktlösung und Führung von Organisationen
Unternehmen und Organisationen mit ihren Subsystemen werden gesamthaft betrachtet. Paradoxien und unterschiedliche Kommunikationsmuster werden beleuchtet. Rolle, Funktion und eigene Wirkung von Führungskräften in diesem Gefüge werden reflektiert. Schliesslich bleibt zu prüfen, welche Lehren aus der Konfliktlösung gezogen und wie sie in die Organisation eingebracht werden können.

 

Führungsrolle und Führungskonflikt / Diversity und Werteorientierung / Balancieren von Widersprüchen, Paradoxiemanagement / Umgang mit Mobbing und Mobbingvorwürfen / Rückbindung der «lessons learned» aus überwundenen Krisen und Konflikten / Analyse und Probehandeln an Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmenden

 

Leitung: Torsten Groth/Ljubjana Wüstehube

Studienleitung

Francesca Tommasi
lic. phil. I, Coach, Organisations- und Konfliktberaterin bso, Projektleiterin CAS-Lehrgang Führungskompetenz Konfliktmanagement am Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis (IRP-HSG) an der Universität St.Gallen

Konzeption

Für die Konzeption des Lehrgangs zeichnen die Studienleiterin lic. phil. Francesca Tommasi  und Dr. h.c. Rolf Vetterli, ehem. Kantonsrichter, Mediator, – unter Mitwirkung von Ljubjana Wüstehube, Organisationsberaterin, inmedio berlin – verantwortlich.

Dozierende

Ljubjana Wüstehube
Organisationsberaterin, Führungskräfte-Coach, Lehrsupervisorin für Mediation (BM, ÖBM). Schwerpunkt Unternehmen und internationaler Bereich, Leiterin des Instituts für Mediation, Beratung, Entwicklung (inmedio berlin), Mitarbeit Konzeption des Lehrgangs

 

Thomas Flucher
Dipl. Ing. ETH, Organisationsberater, Coach und Mediator ÖBM/FSM, Lehrgangsleiter CAS Mediation, Universität Freiburg, Potentialentwicklung und Visionssuche, Mitbegründer der Firma komet-beratung

 

Torsten Groth
Dipl.-Soz. Wiss., systemischer Berater mit Schwerpunkt Führung und Organisation, Trainer für systemische Organisationsberatung, geschäftsführender Gesellschafter Simon Weber Friends (swf)

 

Adrian Kunzmann
Organisationsberater und Supervisor BSO, zertifizierter Konfliktklärungshelfer, Mediator FSM, Dozent für Konfliktmanagement an verschiedenen Institutionen, Mitbegründer der Firma komet-beratung

 

Dirk Splinter
Lebensmittelchemiker, Mediator und Ausbilder (BM), Schwerpunkte Organisationsmediation, Mediation in Friedensprozessen, Co-Leiter von inmedio, Berlin

Kosten des Lehrgangs

Die Kosten des Lehrgangs betragen CHF 12’900.–; Frühbucherpreis bei Anmeldung bis Ende Juni 2024 CHF 11’900.–.

 

Inbegriffen sind die Kursunterlagen, der Zugang zur Online-Lernplattform, die Prüfungsgebühr, das Zertifikat, die Mittagessen inkl. Mineralwasser + Kaffee und die Pausenverpflegungen. Nicht inbegriffen sind Anreise, Abendessen und Unterkunft.

Organisation

Der Lehrgang wird vom Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis (IRP-HSG) der Universität St.Gallen durchgeführt.

Zertifikat

Teilnehmende, die alle Module besucht und die jeweils durchgeführten Lernkontrollen erfolgreich absolviert haben, erhalten ein mit 10 ECTS bewertetes postgraduales universitäres Zertifikat (Certificate of Advanced Studies: CAS «Führungskompetenz Konfliktmanagement» IRP-HSG) des IRP-HSG. Bei Nichtbestehen der Lernkontrollen wird eine Teilnahmebescheinigung erteilt.

Zulassung

Der CAS Führungskompetenz Konfliktmanagement (Konfliktlösung in Unternehmen und Verwaltung) richtet sich an Führungskräfte mit einem Abschluss auf Tertiärstufe und Berufserfahrung. In Ausnahmefällen können auch Personen mit gleichwertiger Qualifikation sowie entsprechender Berufserfahrung zugelassen werden. Der Entscheid liegt bei der Leitung des Studiengangs.

Zahl der Teilnehmenden

Pro Lehrgang werden höchstens 24 Teilnehmende zugelassen, damit eine optimale Lehr- und Lernatmosphäre gewährleistet werden kann. Es soll damit der Austausch zwischen Dozierenden und Teilnehmenden sowie zwischen den Teilnehmenden selbst gefördert werden.

Die Organisatoren behalten sich vor, den Lehrgang nicht durchzuführen, wenn eine Teilnehmerzahl von 16 nicht erreicht wird.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online an und senden Sie uns zusätzlich Ihre Unterlagen (Lebenslauf und Ausbildungsnachweis) an cas-irp@unisg.ch.

Infoanlass

Benutzen Sie die Gelegenheit, mehr über diesen Lehrgang im Rahmen der HSG-Weiterbildungsinfoabende zu erfahren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Anrechnungsmöglichkeiten an weitere Lehrgänge

Der CAS Führungskompetenz Konfliktmanagement kann an Lehrgänge an der Executive School der HSG angerechnet werden, beispielsweise ist ein Anrechnung für folgende Lehrgänge möglich:

Für Details wenden Sie sich bitte direkt an Bruno Mascello.