Die berufliche Vorsorge – eine vielfältige, zentrale Welt
Die berufliche Vorsorge ist in ein weites Feld eingebettet: Das BVG gibt die rechtliche Grundlage der beruflichen Vorsorge vor. Daneben sind Reglemente auszuarbeiten und zu berücksichtigen (Leistungsreglemente, Reglemente zur Teilliquidation oder zur Vermögensanlage etc.). Wichtig sind die Koordinationsfragen im Zusammenspiel mit anderen Sozialversicherungen und der Bezug zum Steuerrecht. Zentral sind auch die Solidaritäten in der beruflichen Vorsorge und deren Auswirkungen auf Managemententscheide. Bei der Vermögensanlage sind finanzökonomische Aspekte zu berücksichtigen. Strategie und Marktgeschehen beeinflussen die Entwicklung der Pensionskasse.

3. Durchführung:
August 2019 bis März 2020, genaue Daten finden Sie im angehängten Flyer

Ziel des Lehrgangs

Aktive Kenntnis der strukturellen Grundlage der beruflichen Vorsorge: Die Teilnehmenden kennen die berufliche Vorsorge bezogen auf die Struktur (Ausgestaltung der Vorsorgeeinrichtungen, Aufsichtstätigkeit, Aufgaben der Geschäftsführung, ökonomische und versicherungstechnische Grundlagen etc.).

 

Aktive Kenntnis der finanzökonomischen und versicherungstechnischen Aspekte: Die Zertifikatsausbildung thematisiert die Vermögensanlage und geht auf Anlageuniversum und Anlagesegmente ein; besprochen und konkretisiert werden Strategie und Umsetzung im Anlagebereich. Ebenso werden die Bewertung der Verpflichtungen und deren zentrale Einflussgrössen thematisiert.

 

Aktive Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen: Der Lehrgang soll den Teilnehmenden vertiefte Kenntnisse in allen Bereichen der beruflichen Vorsorge vermitteln.

 

Die Hauptreferierenden sind Sachverständige, welche in der Praxis tätig und in der Lehre verankert sind. Die für einzelne Themen beigezogenen Gastreferentinnen und Gastreferenten sind ausgewiesene Spezialisten, welche die jeweiligen Fragestellungen aus langjähriger Praxiserfahrung kennen und an Weiterbildungsveranstaltungen bereits erfolgreich mitgewirkt haben.

Zielgruppe

Weiterführende Ausbildung für Personen mit guten Grundkenntnissen in der beruflichen Vorsorge.

 

Der Lehrgang richtet sich insbesondere an: Mitarbeitende von Vorsorgeeinrichtungen (Geschäftsführung, oberes und mittleres Kader); Stiftungsräte; Anwältinnen und Anwälte; Angehörige von Gerichten; Aufsichtsbehörden; Mitarbeitende von Revisionsgesellschaften mit Tätigkeit in der beruflichen Vorsorge; Mitarbeitende von Banken und Versicherungen, Asset Manager; Personen aus dem Beratungsbereich (Rechtsschutzversicherungen, spezialisierte Beratungsfirmen); Broker und Intermediäre

Dauer und Umfang

Die nächste Durchführung beginnt im August 2019 und endet im März 2020. Er umfasst 15 Präsenztage in 3 Modulen (à 5 Studientage). Die Teilnehmenden bereiten sich im Selbststudium auf die Module vor und reflektieren die erlernten Inhalte in einer Lernkontrolle.

Modul 1

Einordnung der beruflichen Vorsorge in das Versicherungssystem/rechtliche und mathematische Grundlagen/Organisation der beruflichen Vorsorge:
Im Zentrum des ersten Moduls stehen die rechtlichen Grundlagen der beruflichen Vorsorge mit thematischen Schwerpunkten im Bereich des Steuer- und Arbeitsrechts. Ein weiterer Fokus liegt auf der Organisation, Geschäftsführung und Aufsicht der beruflichen Vorsorge. Schliesslich werden erste Blicke auf den Leistungsbereich geworfen.

Modul 2

Leistungen, Leistungskoordination, Bewertungen
und ökonomische Fragestellungen:
Das Modul 2 beschäftigt sich zentral mit ökonomischen Fragen und Solidaritätselementen in der beruflichen Vorsorge. Im Zentrum stehen die Bewertung von Leistungen, die demographische Entwicklung bzw. die versicherungstechnischen Grundlagen und die daraus entstehenden Risiken und Solidaritäten. Dabei wird auch die Rechnungslegung nach FER 26 beleuchtet. Daneben werden – in Weiterführung des Moduls 1 – Leistungsfragen thematisiert. Ein separater Teil ist den schwierigen Fragen der Teilliquidation gewidmet. Case Studies vertiefen die besprochenen Themen.

Modul 3

Vermögensanlagen und Asset Liability Management:
Im Modul 3 geht es um die verschiedenen Bereiche der Kapitalanlage (Nominalwerte, Realwerte, Alternative Anlagen): Besprochen werden die Umsetzung der Kapitalstrategie, Risiken und Prognosemethoden. In einem zweiten Teil werden Ansätze des Asset-Liability-Management im Rahmen der beruflichen Vorsorge diskutiert. In einem weiteren Hauptteil setzt sich das Modul mit der Anlageorganisation und mit der Messung der Performance auseinander. Eingehender wird im Modul 3 die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den verschiedenen Fragen der Finanzierung und der Vermögensanlage dargestellt und diskutiert. Verschiedene Case Studies erlauben eine praxisbezogene Vertiefung der verschiedenen Themen.

Modulverantwortliche

Dr. oec. HSG Roger Baumann
Gründungspartner, c-alm AG, eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte, Aktuar SAV, Lehrbeauftragter für Statistik, Finanz- und Versicherungsmathematik sowie Pension Economics an der Universität St.Gallen

 

Prof. Dr. iur. Ueli Kieser
Rechtsanwalt, Titularprofessor an den Universitäten St.Gallen und Bern, Vizedirektor am Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis an der Universität St.Gallen (IRP-HSG), Ersatzrichter am Verwaltungsgericht des Kantons Zürich

Dozierende

Prof. Dr. Monika Bütler
Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität St.Gallen, Direktorin des Schweizerischen Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität St.Gallen

 

lic. iur. Gion Pieder Casaulta
Langjähriger Leiter des Rechts- und Regressdienstes der SVA St.Gallen; Präsident einer Vorsorgestiftung

 

Prof. Dr. Thomas Geiser
Professor für Privat- und Handelsrecht an der Universität St.Gallen, Direktor am Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitsrecht FAA-HSG, nebenamtlicher Bundesrichter

 

Mag. Barbara Jäger
Certified Financial Planner, European Financial Adviser, Senior Financial Consultant der FiNUM.Private Finance AG, Innsbruck + Dornbirn; Leiterin Aus- und Weiterbildung &  Vertrieb Green Consult Austria

 

Dr. oec. HSG Simon Knaus, M. Sc.
Berater, c-alm AG, Lehrbeauftragter für Mathematik und Statistik an der Universität St.Gallen

 

Dr. iur., lic. oec. HSG Peter Lang
dipl. Steuerexperte, Leiter Steuerdienst, Swiss Life AG, Zürich

 

Dr. publ., lic. oec. HSG Ueli Mettler
Partner, c-alm AG, Lehrbeauftragter für institutionelle Anlagebewirtschaftung an der Hochschule Luzern (HSLU)

 

Dr. Markus Moser
Geschäftsführer, Pensionskassen Novartis, Basel, Lehrbeauftragter an der Universität Fribourg

 

lic. oec. HSG Roger Rüegg, FRM
Gründungspartner, Multiplicity Partners AG, Zürich

 

Dr. iur. Christina Ruggli-Wüest
Advokatin, Geschäftsleiterin der BSABB, BVG- und Stiftungsaufsicht beider Basel, Basel

 

Dr. iur. Hans-Ulrich Stauffer
Advokat, Partner Pico Vorsorge AG, Basel, Lehrbeauftragter an der Universität Basel

 

lic. oec. HSG Philipp Weber, CFA
Berater, c-alm AG, St.Gallen

Kosten des Lehrgangs

Die Kosten des Lehrgangs betragen CHF 13’500.– (inkl. Mittagessen, exkl. Übernachtungen und Abendessen). Zahlung in Raten auf Anfrage möglich.

Organisation

Der Lehrgang wird vom Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis (IRP-HSG) der Universität St.Gallen durchgeführt.

Zertifikat

Teilnehmende, die alle Module besucht und die jeweils durchgeführten Lernkontrollen erfolgreich absolviert haben, erhalten das mit 10 ECTS bewertete Zertifikat (Certificate of Advanced Studies: CAS «Berufliche Vorsorge»). Es handelt sich um ein universitäres Postgraduate-Zertifikat. Bei Nichtbestehen der Lernkontrollen wird eine Teilnahmebescheinigung erteilt.

Zulassung

Die Teilnehmenden verfügen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium und mindestens ein Jahr Berufserfahrung. In Ausnahmefällen können auch Personen mit gleichwertiger Qualifikation sowie entsprechender Berufserfahrung zugelassen werden. Der Entscheid liegt bei der Leitung des Studiengangs.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online an.

Infoanlass

Besuchen Sie unseren Stand am Infoanlass «Weiterbildung an der HSG». Der Infoanlass findet jeweils im Frühling und Herbst statt. Weitere Informationen finden Sie hier.